Film: Kulinarische Reise

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Die Greta-Fischer-Schule in Dachau ist stark interkulturell geprägt. Sie wird von Kindern und Jugendlichen, die aus aller Welt – Europa, Asien, Afrika und Südamerika - stammen, besucht. Täglich erleben diese Schülerinnen und Schüler im Spannungsfeld des sozialen Miteinanders häufig etwas, das sie subjektiv als „fremd“, „befremdlich“ oder sogar als „bedrohend“ empfinden. Das Andere wird dann, weil unverständlich, verlacht  oder sogar bekämpft. Erst im alltäglichen Erleben wie das gemeinsame Kochen

in den jeweiligen Familien, das Diskutieren und Kreieren neuer Rezepte sowie der Genuss und die Freude beim Essen, lernen sie den Anderen einfühlend zu verstehen. Auf diese Weise verändert bzw. erweitert sich ihre Weltsicht. Die Möglichkeit zum Erwerb einer personalen Identität und interkulturellen Kompetenz wird dadurch geboten.

Die  ausgewählten Schülerinnen und Schüler geben im Film Einblicke in ihre landestypische Herkunftsküche und Kulinarik zuhause. Sie erfahren, dass auch scheinbar Bekanntes deutlich andere Geschmacksnuancen in der Paarung mit der bayerischen Traditionsküche entfalten kann. So kann z. Bs. Kraut mit Kümmel, Schlehen, Krampetern (Wacholder), Essig, Senf, Honig, Äpfeln und Ingwer geschmort werden.

Sie stellen Fragen zur Geschichte und Herkunft des Gerichts. Sie erleben, dass jeder Mensch seinen Speiseplan danach richtet, was ihm die eigene Sozialisation, seine heimatliche Kulinarik, lehrt.

Sie verinnerlichen, dass Kochen nicht heißt,  zuhause nur Päckchen aufzureißen und den Inhalt warm zu machen, sondern, dass der Einkauf, das Kochen und die Mahlzeiten am gemeinsamen (Familien-) Tisch zu den grundlegenden wertvollen Aktivitäten des Lebens gehören und zusammenschweißen.

Sie erfahren, dass jedes Essen eine eigene Geschichte der Heimat und des Ankommens erzählt.

Der Film zeigt eine menschliche und kulinarische Annäherung an unterschiedliche Kulturen und entwirft Wege zu einem gelingenden interkulturellen Dialog und konstruktiven Miteinander.

Er analysiert die Kulturgebundenheit menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns, fragt nach dem "Eigenen und Fremden" und beleuchtet dabei im interkulturellen Dialog beim Kochen, Essen, Genießen und Feiern bestimmte Verhaltensweisen und unterschiedliche Vorurteile. Dabei erleben die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen kulturellen Prägungen und blicken verständnisvoller auf  Werte, Normen und Verhaltensweisen anderer.

Irmengard Wilfurth und Wil Boettger  2013 / 14