Greta Fischer mit Waisenkindern(Foto: Anna Andlauer)

 

Der Hintergrund

Die Sozialpädagogin Greta Fischer (19.1.1910 - 28.9.1988) gab als Mitglied eines Teams der Vereinten Nationen Hunderten von Kindern, so genannten „displaced children“, die den NS-Terror unter oft entsetzlichsten Bedingungen überlebt hatten, in der Nachkriegszeit im Kloster Indersdorf, Geborgenheit und wieder eine Zukunft. Sie selbst musste Ende der dreißiger Jahre als junge Frau wegen ihres jüdischen Glaubens aus ihrem Heimatland nach England fliehen. Ihre Eltern wurden Opfer des Holocaust. In London lernte sie die Tochter des Gründers der Psychoanalyse, Anna Freud, kennen. Diese unterwies sie in der trauma-therapeutischen Arbeit mit Kindern. Das erworbene Wissen setzte Greta Fischer erfolgreich, mit viel Empathie, Durchsetzungsvermögen und Humor bei den heimatlosen Kindern und Jugendlichen im Kloster Indersdorf ein.

Individuelle, kulturelle und soziale Gegebenheiten damals wie heute:

Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Schicksal, aus allen Ländern Europas, kamen ab Juni 1945 im Waisenhaus des Klosters Indersdorf, nahe Dachau, bei Greta Fischer und ihrem UNNRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) Team an. Sie wurden, egal welchen Glaubens und welcher Herkunft, existenziell versorgt, liebevoll angenommen, individuell unterstützt und geborgen.

Die Lehrerinnen und Lehrer der Greta-Fischer-Schule in Dachau fühlen sich dem pädagogischen Vermächtnis von Greta Fischer und ihrem Team in ihrer Arbeit mit besonderen Kindern verpflichtet. Ein Großteil ihrer Schüler stammt ebenfalls aus unterschiedlichen Ländern (manche auch aus Kriegsgebieten) und Kulturen weltweit.

Filmausschnitt

(Foto aus dem Film "Ankommen")